
Dieser Beitrag ist für dich, wenn du dich öfter fragst: Warum sage ich immer wieder Ja, obwohl ich Nein meine?
Dieses Muster „Dinge zu tun, obwohl man sie nicht tun will“ kann in allen möglichen Lebensbereichen vorkommen, privat oder beruflich, oder auch in beiden.
An einem konkreten Beispiel aus meiner Coachingpraxis – Das Dilemma zwischen den Stühlen im Job – wird deutlich warum wir uns anpassen, aushalten, nicht für uns selbst einstehen – aber auch wie wir in die Veränderung kommen können.
Ich wünsche dir viele neue Aha-Momente beim Lesen oder Hören:
Beitrag entspannt hören:)
Das Dilemma zwischen den Stühlen – im Job oder privat, oder bei beiden.
Wenn du immer wieder Ja sagst, obwohl du innerlich Nein meinst, bist du damit nicht allein!
Oft steckt hinter dem eigentlichen Problem, ein viel tieferes Muster: Ein innerer Konflikt zwischen Anpassung, Harmonie und dem eigenen Bedürfnis nach Klarheit und Grenze.
Neulich saß Isabell* (*Name der Kundin ist geändert) in meinem Coachingraum, total erschöpft von den vielen Fragen und dem ganzen Durcheinander in ihrem Kopf.
Sie fühlte sich ständig hin und hergerissen bei einer beruflichen Herausforderung.
Und weil sie keine Antwort auf ihr Problem wusste, machte sie das, was viele von uns machen, wenn wir nach einer Lösung suchen:
Wir fragen andere um Rat.
Andere um ihre Meinung zu fragen, oder um Unterstützung zu bitten ist per se menschlich normal und auch gar kein Problem.
Manchmal wird das gedankliche Durcheinander in unserem Kopf dann auch wieder etwas klarer und die Lösung scheint greifbar nah.
Aber manchmal passiert das Gegenteil. Es wird es noch verwirrender durch all die vielen Meinungen und Impulse vom Außen.
Gut zu wissen 💡: Unterschiedliche Wahrnehmungen bringen unterschiedliche Perspektiven.
Da jeder von uns immer durch seine Brille die Welt betrachtet, bringt jeder seine Sicht auf die Dinge mit.
Und das kann unter Umständen für noch mehr Unklarheiten und Verwirrung sorgen.
So auch bei Isabell. Es führte dazu, dass sie bei ihrem Abgrenzungsproblem mit ihrem Chef noch unklarer und innerlich zerrissener war.
Der innere Konflikt zwischen Logik und Anpassung
Da gab es die Seite war, die für sie völlig logisch war, das sie so nicht weiter machen wollte und konnte, denn mittlerweile spürte sie auch schon körperliche Auswirkungen.
Sie war ständig nervös, müde und erschöpft, aber es gelang ihr kaum noch abzuschalten.
Sie hatte es satt, von ihrem Chef ständig noch mehr Arbeit aufgedrückt zu bekommen und immer verfügbar zu sein. Selbst im Feierabend wurde sie noch von ihm behelligt.
Aber dann gab es ja noch die andere Seite in ihr: Sie mochte keine Konflikte.
Sie wollte gerne stressfrei durchs Leben gehen, mit so wenig Auseinandersetzungen wie möglich, am besten gar keine. Einfach nur entspannt durchs Leben gehen.
Warum es nicht nur ein Jobproblem ist
Dieses Dilemma zwischen den Stühlen zu sitzen stand ihr gefühlt schon das ganze Leben im Weg und zwar nicht nur im Job.
Sie wusste schon gar nicht mehr richtig, was sie selbst eigentlich wollte und welche Bedürfnisse sie wirklich hatte – weil sie so sehr darauf konditioniert war sich immer wieder anzupassen, um eben irgendwie gut durchs Leben zukommen.
Und so machte sie immer wieder Zusagen, obwohl sie eigentlich keine Zeit, oder Lust hatte, manchmal aber auch einfach nur erschöpft und müde war.
Trotzdem sagte sie ja.
Genau das ist das Dilemma. Auf der einen Seite spüren wir dieses Nein und doch sagen wir Ja.
Unser Inneres stimmt nicht mit unserer äußeren Handlung überein.
Wie oft stehen wir in unserem Leben genau an dieser Stelle,wo wir uns fragen, welchen Weg wir jetzt nehmen.
Irgendwie tief in unserem Inneren spüren wir vielleicht, den gewohnten Weg wollen wir nicht mehr nehmen – und doch tun wir das, was wir immer tun.
Wir nehmen den gleichen Weg, erwarten aber insgeheim doch andere Ergebnisse.
Albert Einstein wusste schon damals:
„Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut und dabei andere Ergebnisse erwartet.“
Die Lösung hinter den Kulissen.
Sind wir irritiert oder unklar suchen wir oft im Außen nach DER Lösung, aber DIE Lösung liegt in uns.
Können wir uns selbst wieder wahrnehmen und unserer eigenen Stimme folgen, treffen wir bessere Entscheidungen, die mit uns im Einklang stehen.
Dadurch werden wir unabhängiger von den Erwartungen und Vorstellungen unseres Umfeldes.
Isabell konnte ihre eigene innere Stimme nicht hören. Sie hatte nie wirklich gelernt, sich selbst zu trauen bzw. sich zu vertrauen.
Sie funktionierte gut – keine Frage – aber ein vollgefülltes Leben bedeutet noch lange nicht, ein erfülltes Leben.
Als wir im systemischen Coaching hinter die Kulissen schauten, um was es eigentlich geht, wurde ziemlich schnell klar, dass Isabell noch immer ein konditioniertes Muster aus ihrer Kindheit lebte.
Der Glaubenssatz war: „Man muss die Zähne zusammenbeißen und dadurch gehen.“
Genau dieses unbewusste Überzeugung lief die ganze Zeit im Hintergrund und hatte Auswirkungen auf Isabells Verhalten.
Kein Wunder, dass sie immer wieder Ja sagte.
Was sich verändert, wenn innere Klarheit entsteht
Mal über etwas hinwegzukommen, was außerhalb unserer Komfortzone liegt, kann definitiv unserer persönlichen Horizont erweitern.
Gehen wir jedoch immer und immer wieder über unsere eigenen Grenzen und Bedürfnisse hinweg, tun ständig Dinge, die wir nicht wirklich tun wollen – sind wir in einem inneren Konflikt.
Manchmal können wir auch Anzeichen dafür auf körperlicher Ebene wahrnehmen.
Ständige Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, ein nervöser Magen-Darm, Gereiztheit, innere Unruhe, Schlaflosigkeit,……sind nur einige Begleiterscheinungen, wenn wir nicht in Balance sind – im Innen und Außen.
Isabell konnte in der systemischen Aufstellung für sich erkennen, dass sie als Kind nur diese Möglichkeit gesehen hat, sich anzupassen und relativ unauffällig zu verhalten. Da ihre Geschwister schon für genug Unruhe sorgten durch ihr rebellisches Verhalten.
Das einstige Anpassen in der Kindheit hatte sich einfach gewohnheitsmäßig in ihrem Leben fortgesetzt.
Manchmal tun wir Dinge, um geliebt und akzeptiert zu werden. Wir denken, wir hätten keine andere Wahl.
Als Kinder, die sich noch nicht selbst versorgen können sind wir auch auf andere angewiesen.
Als Erwachsene können wir jedoch die Spielregeln selber bestimmen!
Sobald wir erkennen, das unser Leben in unseren eigenen Händen liegt, können wir wieder mehr in die Selbstgestaltung kommen.
Von Abhängigkeit in die Unabhängigkeit finden.
Von Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung.
Und noch etwas wurde Isabell plötzlich klar, dass sie gar nicht auf diesen einen Job angewiesen war.
Wo Anfangs nur Gedankenchaos und Angst war, sah sie plötzlich neue Möglichkeiten für sich.
Die waren im Übrigen zwar vorher auch schon da, aber eben nicht aus Isabells Perspektive.
Erst als sie ihre Freiheit und Wahlmöglichkeit wirklich bewusst erkannte, konnte sie sehen, in welchen Limitierungen sie die ganze Zeit über gelebt hatte.
Sind wir in unseren überholten Konditionierungen gefangen, in Labels, in limitierten Selbstbildern,
haben wir oft nur eine einseitige Perspektive auf uns selbst und unser Leben.
Das Spannende war, dass sie durch die neu gewonne Klarheit gar nicht ihren Job wechseln wollte – denn sie mochte ihn an sich sehr gerne.
Aber da gab es schon sehr lange Wünsche, die sie sich aber nie getraut hatte auszusprechen: 4 Tage Woche, mehr Gehalt und vor allem nicht ständig verfügbar sein, wenn sie Feierabend hatte.
Ein klärendes Gespräch mit ihrem Chef stand nun an – und zwar nicht eins wie üblich, zwischen Tür und Angel und Vertröstungen.
Als Isabell mit ihrer inneren Klarheit in dieses Gespräch ging wurde deutlich, dass ihr Chef gar nicht aus bösem Willen heraus gehandelt hatte, oder um sie auszunutzen – sondern einfach, weil er wusste, er konnte sich komplett auf sie verlassen.
Sie handelte immer so, als wäre es ihr eigenes Geschäft.
Aber auch ihm wurde durch das Gespräch klar, dass es nun an der Zeit war, die Leistung seiner Angestellten wirklich zu würdigen.
Hört sich vielleicht ein bisschen an wie ein Märchen, ist aber keins!
Sobald wir innere Klarheit darüber haben, was wir wollen und was der nächste Schritt ist, sind wir in der Lage für uns selbst besser einstehen – und zwar ohne all die ganzen emotionalen Verstrickungen und das Gedankenchaos.
Beziehungsdynamiken verstehen.
Da niemand eine Insel ist und wir alle miteinander in Beziehungssystemen leben, reicht die Veränderung durch den Einzelnen.
Verhält sich eine Person aus dem Beziehungssystem anders, kann der Partner, die Familie, der Chef, wer auch immer – nicht mehr in den alten Mustern bzw. in der alten Dynamik reagieren.
Das gesamte Beziehungsgefüge muss sich zwangsläufig neu sortieren.
Selbst verstrickte Beziehungen können sich neu ordnen, wenn einer aus dem System aussteigt.
Ist das nicht eine tolle Nachricht?!
In diesem Sinne, leichter leben ist möglich, für jeden – Auch für dich.
Herzlichst Alexandra
Wenn du das Steuer deines Lebens wieder selbst übernehmen willst
Wenn du beim Lesen vielleicht gespürt hast, dass das Leben eigentlich viel zu kostbar ist, um weiterhin:
-
- ein „People-Pleaser“ oder „everybody`s darling“ zu sein
- dich von alten Konditionierungen immer noch ausbremsen, klein halten, oder antreiben zu lassen
- dich von deinem vollen Kalender, Pflichtprogrammen – ohne Freude und Genus, bestimmen zu lassen
Oder dir gerade die Orientierung und innere Klarheit fehlt,
wie du mit einer aktuellen Herausforderung am besten umgehen kannst –
dann lass uns zusammen schauen, wie auch du dich innerlich wieder neu aufstellen kannst: Für ein Leben, das dich wirklich berührt, nährt, inspiriert und erfüllt.
Ein Leben, in dem du mit mehr Vertrauen, innerer Klarheit und Leichtigkeit deinen eigenen Weg gehen kannst – authentisch, ehrlich, echt.
Glücklicher und entspannter zu leben ist möglich – auch für dich. 🌿
Ich arbeite übrigens ganz umkompliziert telefonisch oder online.
Bist du bereit, den ersten Schritt zu gehen? Dann buch dir hier ein unverbindliches Klarheitsgespräch mit mir.

Alexandra Rosit-Hering Neuausrichtungsmentorin für mehr Klarheit & innere Balance im Leben
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