Entspannt hören:)

Lass los, was du nicht verändern kannst – warum wahre Klarheit erst entsteht, wenn du nicht mehr kämpfst

Loslassen… es klingt so leicht, fast wie ein Wellness-Ratgeber in der Bahnhofsbuchhandlung.
„Lass doch einfach los.“
„Hör doch endlich auf, daran festzuhalten.“
„Du musst nur loslassen, dann bist du frei.“

Ha! Wenn es so einfach wäre, wären wir alle längst tiefenentspannt wie ein Zen-Mönch auf Urlaub.
Die Realität sieht doch eher so aus: Zähne zusammengebissen, verspannte Schultern – oder Nacken, nachts Grübeleien statt Schlaf.

Genau so habe ich es vor Kurzem selbst wieder erlebt.
Da war ein Thema, das schon lange in mir gärte. Ich wollte endlich Klarheit, endlich Ruhe, endlich einen Schlussstrich ziehen. Einen Abschluss finden.
Und je mehr ich loslassen wollte, desto mehr hielt es mich fest.
Die ersehnte Klarheit kam – und brachte trotzdem keinen Frieden. Im Gegenteil, da war erst mal Frust, Enttäuschung, ja fast Wut.

Wenn Absprachen bröckeln …

Das Ganze drehte sich um eine Situation, in der früher Absprachen getroffen wurden – klare Worte, klare Vereinbarungen. Doch zwischendurch traf die andere Person Entscheidungen, ohne mich zu informieren. Das Endergebnis war … na ja … eben nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Kennst du das? Du denkst: „Wir haben doch darüber gesprochen! Es war doch alles klar!“ – und plötzlich steht da ein Ergebnis, das dich verletzt, irritiert, enttäuscht.

Genau so hatte ich es erlebt und trotzdem konnte ich das Egebnis nicht ändern.

Die Wahrheit über das Loslassen

An diesem Punkt habe ich wieder verstanden:
Jeder Mensch handelt immer so, wie es in diesem Moment für ihn richtig erscheint.
Nicht, wie es für mich richtig wäre. Nicht, wie es fair wirkt. Sondern so, wie es in seiner Welt Sinn ergibt.

Schmeckt mir das Verhalten? Nein.
Kann es weh tun? Ja, sicher.
Wünsche ich mir manchmal ein anderes Ergebnis? Natürlich.

Aber hier liegt die eigentliche Freiheit, zu erkennen, dass ich das nicht kontrollieren kann.

Die kleine Weisheitsgeschichte von der Töpferin

Eine alte Erzählung aus Japan passt wunderbar dazu:

Es lebte einst eine Töpferin, die unermüdlich nach dem perfekten Gefäß strebte. Jeder kleine Riss, jede winzige Unregelmäßigkeit machte sie unzufrieden. Sie arbeitete härter, verwarf Stück um Stück, und am Ende war sie erschöpft, voller Frust – und ihre Regale blieben leer.

Eines Tages kam eine alte Frau zu ihr in die Werkstatt, betrachtete ihre zerbrochenen Gefäße und lächelte.
„Kind,“ sagte sie, „das Leben ist kein Porzellanladen. Die Risse gehören dazu. Wenn du sie mit Gold füllst, strahlen sie nur umso mehr.“

Die Töpferin begann, ihre misslungenen Werke mit Gold zu reparieren – und entdeckte dabei die Kunst des Kintsugi: Gefäße, deren Schönheit gerade in ihren Brüchen liegt.

Und so ist es mit uns. Loslassen heißt nicht, dass alles glatt und makellos sein muss. Es heißt: Anerkennen, dass da Brüche sind – und dass gerade sie dich einzigartig machen.

Grübeleien – die Endlosschleife im Kopf

Früher dachte ich: Wenn ich nur lange genug darüber nachdenken würde, finde ich die Lösung.
Ich analysierte, wälzte, grübelte. Aber statt Klarheit fand ich nur noch mehr Verwirrung.

Heute weiß ich, ganz sicher: Grübeln wird völlig überbewertet.
Es ist, als würde man versuchen, eine Schallplatte mit einer Nadel zu glätten – je mehr man es tut, desto tiefer wird die Rille.

Klarheit entsteht nicht durch endloses Denken.

Klarheit entsteht in den Momenten, in denen du innehältst, loslässt und das Leben einfach für einen Augenblick sein lässt.

Zitate, die Kraft geben

✨ „Loslassen bedeutet nicht, dass dir egal ist, was passiert. Es bedeutet, dass du akzeptierst, dass du nicht alles kontrollieren kannst.“ – Sharon Salzberg

✨ „Manchmal ist das Festhalten viel schmerzhafter als das Loslassen.“ – Frida Kahlo

✨ „Du kannst die Wellen nicht aufhalten, aber du kannst lernen, zu surfen.“ – Jon Kabat-Zinn

Diese Worte sind keine Floskeln, sondern eher als Einladung zu verstehen. Sich daran zu erinnern, dass das Leben weiterfließt – mit oder ohne unseren Widerstand.
Die Wellen, die kommen, die können wir nicht aufhalten – aber wir können lernen, darauf zu surfen.

Enttäuschung – die Täuschung fällt weg

Ein Wortspiel, das ich sehr liebe: Enttäuschung.
Enttäuschung, bedeutet nichts anderes, als dass eine Täuschung wegfällt.
Also das, was ich mir vorgestellt habe, das, woran ich geglaubt habe, entpuppt sich als Illusion.

Ja, das kann schmerzhaft sein. Auf jeden Fall! Aber auch sehr befreiend, denn wenn die Täuschung weg ist, bleibt Klarheit.
Und genau hier liegt oft das Gold Nugget, der Goldschatz inmitten des Chaos: die Chance, wieder freier zu werden.

Enttäuschung bedeutet nichts anders, als dass eine Täuschung wegfällt – oder anders ausgedrückt, man wacht aus der Illusion auf.

Praktische Reflexionsfragen

Wenn du selbst gerade an etwas festhängst, was dich gerade belastet, eine private oder berufliche Herausforderung, dann versuche doch mal folgende Fragen:

  1. Woran halte ich gerade fest – und warum?
  2. Kann ich das Geschehene wirklich verändern – oder nur meine Reaktion darauf?
  3. Welche Geschichte erzähle ich mir gerade? Und ist sie wirklich wahr?
  4. Was wäre, wenn ich für einen Moment einfach neutral wäre – ohne Bewertung – ohne das ich irgendwas in eine Schubalde von richtig oder falsch einsortiere?
  5. Welche Saat möchte ich in meinem inneren Garten pflanzen: Ärger oder Frieden? Frust oder Freude?

Diese Reflexionsfragen können wie kleine Türen sein, die dich wieder ein Stück aus dem mentalen Hamsterrad rausführen können und zurück zu dir selbst.

Dein eigener Kosmos

Ich stelle mir das Leben oft wie Kreise in der Geometrie vor. Jeder Mensch ist ein Kreis – ein eigener Kosmos mit eigenen Erfahrungen, Prägungen, Wahrnehmungen.
Und doch bewegen wir uns alle gemeinsam in einem großen Kreis namens Erde oder der Welt.

Wenn ich das erkenne, hilft es mir, weniger zu urteilen und zu bewerten.
Ich muss nicht alles verstehen oder gutheißen, was andere tun, oder nicht tun.
Aber ich kann anerkennen, dass sie in ihrem Kosmos unterwegs sind – so wie ich gerade in meinem.

Wie ein Wissenschaftler irgendwann mal sagte:

„Wir können denselben Regenbogen sehen –
und doch nimmt jeder ihn anders wahr.“

Loslassen in der Praxis

Loslassen in der Praxis bedeutet nicht, dass ich nie wütend bin. Natürlich bin ich das! Ich bin alles mögliche. Denn ich bin ein Mensch, mit allen möglichen Emotionen.
Mal bin ich wütend, mal bin ich traurig, mal ängstlich, gefrustet, mal bin ich happy, mal was auch immer…

Was aber den Unterschied macht, ich bin nicht mehr hilflos ausgeliefert, weil ich die Funktion von Gedanken verstehe und gelernt habe:
Ich kann entscheiden, wie lange ich in der Wut bleibe. Ob ich sie füttere, nähre, pflege  – oder ob ich loslasse.

Loslassen ist kein einmaliger Akt. Es ist eher ein immer wieder Zurückkehren:

  • zum Atem,
  • zum Hier und Jetzt,
  • zum Vertrauen, dass das Leben mich trägt. Das ich auf den Wellen surfen kann.

Fazit: Loslassen heißt nicht aufgeben

Loslassen bedeutet nicht, alles schönzureden oder Konflikte unter den Teppich zu kehren.
Es bedeutet eher, dich nicht länger von dem fesseln zu lassen, was du nicht ändern oder verändern kannst.

Wenn du dich also gerade in einer Situation befindest, die dich schmerzt, erinnere dich:
Du musst nichts, aber du kannst.

Du kannst innehalten, du kannst tief ein- und ausatmen. Du kannst die Täuschung ent-täuschen lassen – und erkennen, dass Klarheit genau da beginnt, wo der Stress endet.

Und das ist auch das Ende für heute ;-)

Das war`s für heute, ich hoffe das ein oder andere hilfreich war auch für dich dabei, dass es dir ein weniger leichter um Herz ist, oder dein innerer Monkey-Mind (die Affenbande 🐒 im Kopf) gerade mal endlich die Hängematte entdeckt und sich dein Gedankenfluss wieder etwas sanfter anfühlt.

Dein nächster Schritt zur Neuausrichtung

Vielleicht steckst du gerade in einer Situation, die dich besonders schmerzt. 
Vielleicht siehst du gerade keinen Ausweg. Dann lass uns sprechen. In einem erkenntnisfreundlichen Raum finden wir gemeinsam heraus, wie auch du wieder mehr Klarheit, Leichtigkeit und innere Ruhe und Wohlsein erleben kannst.

Denn eins ist sicher:

Ein schöneres Leben ist auch für dich möglich. 🌿

Alexandra Rosit-Hering Neuausrichtungsmentorin für mehr Klarheit & innere Balance im Leben

Wenn du dich neu ausrichten willst…

In unserer Zusammenarbeit bekommst du den Raum, dich neu auszurichten. Hindernisse zu überwinden und einen klaren Blick darauf, was dir wirklich wichtig ist. Du erkennst deine wahren Prioritäten, Werte und Stärken – unabhängig von all den Rollen und Erwartungen, die du bisher erfüllt hast.

Egal, wie komplex dir dein Leben im Moment erscheinen mag: Glücklicher zu leben ist möglich – auch für dich!

In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir gemeinsam deine Ziele und prüfen, ob ein Coaching (Online oder telefonisch) mit mir der richtige Weg für dich ist. Ich freue mich dich kennenzulernen. Vereinbare hier dein Klarheitsgespräch: