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Mit Angst leben: Wie Unsicherheit ihre Macht verliert
Angst ist selten das eigentliche Problem.
Was Menschen wirklich lähmt, ist oft etwas anderes: Unsicherheit.
In meiner Arbeit mit meinen KundInnen zeigt sich immer wieder genau das.
Ob vielleicht die Flugangst, ob die Angst vom PartnerIn verlassen zu werden, ob eine Entscheidungsangst, die Angst, etwas falsch machen zu können oder existenzielle Ängste – darunter steckt eigentlich immer eines:
Kann ich mich auf mich selbst verlassen, wenn es eng wird?
Kann ich mich auf das Leben verlassen, wenn ich es nicht kontrollieren kann?
Und genau hier beginnt die eigentliche Dynamik.
Angst überwinden – oder lernen, Unsicherheit zu tragen
Viele Menschen sagen: „Ich habe Angst.“ Und ja – Angst ist völlig real, denn sie ist körperlich spürbar und nicht wegzudiskutieren. Wenn ich sage, ich habe Angst vor xy …und geh gedanklich da rein, spüre ich das auf körperlicher Ebene.
Selten ist es aber das eigentliche Thema.
Angst ist oft nur die Spitze des Eisbergs.
Darunter liegt die Unsicherheit, ob wir mit den inneren Zuständen, die wir nicht kontrollieren können, umgehen können.
Mit Herzklopfen, mit Druck oder Enge. Mit Gedankenlärm und mit Kontrollverlust.
Je mehr wir dann versuchen, diese Unsicherheit loswerden zu wollen,
desto mehr gerät unser Nervensystem unter Druck.
Mit noch mehr Herzklopfen, mit noch mehr Druck und Enge, mit noch mehr Getriebensein, Gedankenlärm und Angst vor Kontrollverlust.
Eine Kundin mit Flugangst
Neulich kam eine Kundin zu mir mit Flugangst. Seit Jahren war sie nicht mehr geflogen ist.
Sie hatte aber einen Herzenswunsch: Sie wollte gerne wieder fliegen und wollte ihre Flugangst endlich loswerden. Das war der Plan!
Allein der Gedanke an einen Flug reichte aus, um ihren Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen.
Der Kopf ratterte sofort los:
„Was, wenn ich Panik bekomme?
“ „Was, wenn ich nicht raus kann?
“ „Was, wenn ich die Kontrolle verliere?“
Vieles hatte sie bereits über die letzten Jahre ausprobiert – Bücher gelesen, Techniken gelernt, sich Strategien angeeignet, Übungen gemacht, ja sogar Hypnose. Nichts davon hatte aber nachhaltig dabei geholfen, dass sie sich ihren Herzenswunsch erfüllen konnte.
In unserem Gespräch wurde schnell deutlich:
Es ging nicht um das Flugzeug an sich, es ging nicht um die Höhe und auch nicht um ein konkretes Katastrophenszenario.
Bei ihr ging es um die Unsicherheit, ob sie das halten kann, wenn es soweit ist. All die Gefühle, die dann kommen würden und ob sie sich selbst wieder regulieren kann, wenn ihr Körper reagiert.
Warum unser Gehirn Angst verstärkt
Unser Gehirn ist evolutionär darauf programmiert, Gefahren früh zu erkennen. Es ist permanent am scannen und denkt dabei auch noch vorausschauend.
Und zwar nicht, wie viele vermuten, um uns irgendwie zu sabotieren – sondern unser Gehirn will uns einfach nur beschützen.
So funktionieren wir nun mal. Das ist unser Design als Mensch.
Unser Gehirn ist dafür gemacht, uns am Leben zu erhalten.
Das Problem, was dabei entsteht, dass unser Nervensystem nicht zuverlässig unterscheidet zwischen echter Gefahr oder gedanklicher Unsicherheit.
Echte Gefahr ist, wenn es zum Beispiel wirklich brennt und es Sinn macht, dass wir sofort aus dem Haus rauslaufen.
Aber dann gibt es noch all die gedanklichen Szenarien, die die meiste Zeit in unserem Kopf abgehen: Was alles passieren könnte, oder worüber wir uns Gedanken machen.
Für das Gehirn kann ein Flug, eine wichtige Präsentation, ein anstehendes klärendes Gespräch, eine wichtige E-Mail – genauso bedrohlich wirken, wie früher ein Säbelzahntiger.
Versuchen wir dann noch die Angst irgendwie wegmachen zu wollen, verstärken wir unbewusst den inneren Alarm: Es scheint für unsere Gehirn, als würde wirklich Gefahr drohen.
Der entscheidende Perspektivwechsel
Bei meiner Kundin kam der Wendepunkt nicht dadurch, dass sie noch eine neue Technik erlernte.
Auch nicht dadurch, dass sie positives Denken erlernte. Wir haben auch keine Konfrontation um jeden Preis gemacht (denn diese Option kann man im Coaching auch mit mir ausprobieren).
Wir haben den Raum geöffnet, damit sie hinter die Kulissen blicken konnte und entdecken konnte, was bei ihr die ganze Zeit am wirken war und was eigentlich wirklich hinter der Angst und Unsicherheit steckte.
Hinter dem Offensichtlichen steckt das, was uns immer einschränkt, blockiert oder belastet. Das können alte Glaubenssätze, Überzeugungen und Prägungsmuster sein. Die sind wiederum sehr individuell und persönlich – denn wir alle haben unsere eigene Biographie.
Wir alle sind in unterschiedlichen Beziehungssystemen und Konditionierungen aufgewachsen, die uns bis heute geprägt haben.
Die Auswirkungen davon können sowohl positiv gewesen sein, so dass wir heute gestärkt und mit einer guten Portion Selbstvertrauen und Zuversicht durchs Leben gehen, aber auch eine negative Weise ist möglich. Wenig Vertrauen in sich selbst, oder die eigenen Fähigkeiten, viele Zweifel und Unsicherheit, es fällt einem schwer für sich selbst und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse einzustehen. Man hat das Gefühl oft zwischen den Stühlen zu sitzen und weiß nicht wie man sich entscheiden soll.
Je eher wir unsere eigenen Verstrickungen durchschauen,
desto leichter können wir uns wieder für ein Leben entscheiden,
mit weniger Sorgen und mehr Freude.
Meine Kundin hat durch ihre Verstrickung geschaut und zunächst erst einmal gesehen, dass sie völlig okay ist, genauso wie sie ist.
Die Angst war nicht plötzlich weg – sondern sie hat gesehen, da muss nichts mehr bekämpft werden.
Sie hatte für sich verstanden, sie musstee niemandem etwas beweisen. Weder sich selbst, noch jemand anderem!
Ihr war gar nicht bewusst, dass sie Wahlmöglichkeiten hatte und frei war.
Sie bekam noch ein paar Reflexionsfragen von mir:
Was wäre, wenn sie sich nicht sicher fühlen muss, um zu fliegen?
Was wäre, wenn sie nicht erst Vertrauen braucht – sondern Vertrauen im Gehen entsteht?
Im nächsten Schritt und im nächsten und im übernächsten.
Sie konnte Schritt für Schritt etwas neues ausprobieren. Buchen, zum Flughafen fahren – aber auch jederzeit wieder abbrechen.
Diese innere Erlaubnis und dieses Wissen jederzeit wieder abbrechen zu können, gab ihr eine enorme Freiheit und inneren Frieden zurück.
Denn was oft passiert, wenn unser Gehirn ein sehr aktives Gehirn ist, wir Viel-Denker sind und ständig hin und her grübeln – dann kreieren wir Szenarien.
Und wir sind MeisterInnen darin unsere Gedanken, Worte, Sätze wahllos miteinander zu verbinden und daraus Geschichten zu machen.
Kein Wunder das es dann eben oft dramatischer aussieht (jedenfalls in unserem Kopf und wahrscheinlich auch im Körper spürbar), als es in Wahrheit ist.
Fakt ist, wir wissen nichts und das was wir uns in unserem Kopf ausdenken ist eine Geschichte.
Es ist keine Wahrheit.
Selbst wenn wir in unserem Erinnerungsarchiv der Vergangenheit kramen und denken, ich hab das doch schon so oft versucht und noch nie geschafft, ist das nicht in Stein gemeißelt.
Was wäre, wenn das jeder für sich sehen könnte, dass nicht alles wahr ist, was wir den ganzen Tag so denken?
Daher immer wieder die Erinnerung: Glaube nicht alles, was du denkst.
Prüfe, ob es wirklich wahr ist. Es gibt da diesen kleinen feinen Zwischenraum, wo wir uns darüber wieder bewusst werden können, was wirklich vor sich geht – und dann aus einer anderen oder neutralen Perspektive heraus, Dinge neu betrachten und ausprobieren können.
Bei meiner Kundin war nach dem Coaching die Unsicherheit nicht weg, aber sie war ftragbar. Sie konnte mit der Unsicherheit die nächsten Schritte tun gehen und genau dadurch verliert auch die Angst an Macht.
Mit Angst leben – ohne vom Gedankenlärm gesteuert zu werden
Angst und Unsicherheit kenne ich auch gut aus meinem eigenen Leben. Schließlich bin ich auch Mensch. So funktionieren wir nun mal.
Ich hab das nicht bei jedem Thema, aber doch bei dem ein oder anderen – geht der Gedankenlärm los.
Vertrautes fühlt sich sicherer an und Unbekanntes, Neues, wenn sich etwas verändert – verunsichert zunächst.
Wer ein Vieldenker ist, gerne plant und analysiert, kennt diesen inneren Schutzmechanismus bestimmt auch.
Aber ich habe Wesentliches für mich erkannt und das macht den Unterschied.
Heute weiß ich: Ich muss nicht in jeden Gedankenzug einsteigen – der mir gerade so durch den Kopf saust. Unsicherheit darf da sein.
Angst darf da sein.
Sie müssen nicht erst verschwinden, damit ich mein Leben erfüllt mit Freude und Genuss erfahren kann.
Ich muss auch nichts mehr unbedingt weghaben wollen, oder erst eine neue Strategie finden, wie ich weniger denken kann.
Welche Gedanken gerade reinkommen, darauf habe ich so oder so wenig Einfluss – mein Umgang damit, dass ist allerdings eine Entscheidung und liegt in meiner Hand.
Was wäre, wenn Gedanken kommen und / oder da sein dürfen –
aber eben, eher wie ein Radio was leise im Hintergrund läuft.
Meine Kundin ist am Ende tatsächlich geflogen ist. Zum neuen Jahr hat sie mir ein Foto geschickt. Barfuß auf Fuerteventura mit Wind in den Haaren, Wellen im Hintergrund – und ein Lächeln, dass nichts beweisen musste.
Nicht, weil die Angst und Unsicherheit komplett weg war, sondern weil sie gelernt hatte, sich selbst wieder mehr zu vertrauen – auch mit Unsicherheit.
Reflexion für bisher gescheiterte Wünsche
Vielleicht hast du keine Flugangst, aber ein anderes Thema, was dich immer wieder stresst oder was du schon lange angehen wolltest.
Vielleicht gibt es da einen Herzenswunsch, oder eine Entscheidung, etwas, woran du bereits gescheitert bist.Wenn du jetzt an diese Thema denkst, dann habe ich eine Einladung für dich:
Wie wäre es, nicht härter zu werden, nach dem Motto „Ich muss das jetzt schaffen“ „Das gibt`s doch nicht – alle anderen schaffen das doch auch.“ , sondern ehrlicher und sanfter mit dir selbst zu sein?
Und auch zu sehen, dass Angst und Unsicherheit zu unserem Menschsein dazu gehört.Du musst nicht darauf warten, dass die Angst oder Unsicherheit verschwindet – sondern du kannst lernen, dich trotzdem zu bewegen.
Schritt für Schritt und wenn es auch nur ein winziges mü ist.
Wenn du das Steuer wieder selbst übernehmen willst
Wenn du beim Lesen vielleicht gespürt hast, dass das Leben eigentlich viel zu kostbar ist, um weiterhin:
-
- ein „People-Pleaser“ oder „everybody`s darling“ zu sein
- dich von alten Konditionierungen immer noch ausbremsen, klein halten, oder antreiben zu lassen
Oder dir gerade die Orientierung und innere Klarheit fehlt,
wie du mit einer aktuellen Herausforderung am besten umgehen kannst –
dann lass uns zusammen schauen, wie auch du dich innerlich wieder neu aufstellen kannst: Für ein Leben, das dich wirklich berührt, nährt, inspiriert und erfüllt.
Ein Leben, in dem du mit mehr Vertrauen, innerer Klarheit und Leichtigkeit deinen eigenen Weg gehen kannst – authentisch, ehrlich, echt.
Glücklicher und entspannter zu leben ist möglich – auch für dich. 🌿
Ich arbeite übrigens ganz umkompliziert telefonisch oder online, oder verabreden uns zu einem speziellen VIP Retreat.
Ich freue mich dich persönlich kennenzulernen.

Alexandra Rosit-Hering Neuausrichtungsmentorin für mehr Klarheit & innere Balance im Leben
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