
Entspannt hören:)
In letzter Zeit begegnete mir in mehreren Coaching Sitzungen immer wieder dieses eine Thema: Ist das normal oder ist das unnormal.
Ganz ehrlich – was bedeutet das überhaupt? Und ist dieses „normal“ für uns Menschen wirklich hilfreich, oder engt es uns vielleicht sogar ein?
Da war zum Beispiel die eine Kundin, die es nicht normal fand, dass manche Menschen viermal im Jahr in den Urlaub fahren.
Die nächste war völlig irritiert davon, dass sich jemand tätowieren ließ.
Der nächste verstand nicht, wie ein junges Mädchen sich einer Schönheits-OP unterziehen kann.
Und dann die Frau, die nicht nachvollziehen konnte, warum ihre beste Freundin nicht ihren Mann endlich verlässt.
Die Liste läßt sich endlos weiterführen und wahrscheinlich ist dir beim lesen, auch schon die ein oder andere Szene in deinen Kopf gekommen, wo du selbst gerade denkst, das ist normal und das nicht. Und ja – ich selbst habe zu all diesen Themen natürlich auch meine ganz persönlichen Meinungen. Schließlich bin ich auch Mensch.
;-)
Aber ich falle auch immer wieder aus diesem Schubladendenken heraus und schaue mir das Ganze dann gerne einfach mal näher und aus einer anderen Perspektive an.
Was bedeutet „normal“ eigentlich?
Wer hat dieses „normal“ überhaupt mal festgelegt?
Normal kommt von „Norm“ – der Norm entsprechend. Vielleicht denkst du jetzt an DIN-Normen, zum Beispiel bei Briefumschlägen, Ordnern oder Tabellen, die irgendwo genormt wurden.
Oder erinnerst dich daran, dass bei Babys und Kleinkindern unzählige Untersuchungen stattfinden – Gewicht, Größe, Motorik, Reflexe – alles wird überprüft, ob es sozusagen der Norm entspricht.
In Wahrheit aber gibt es kein universelles Normal, sondern nur Normen, auf die sich Menschen irgendwann einmal geeinigt haben, damit Orientierung leichter möglich ist.
Also an sich erstmal nichts Schlechtes. Normen können uns also Struktur geben und das Leben kann einfacher werden.
Doch – und hier wird es spannend – dieses „normal“ kann unser Leben auch erschweren.
Es kann unsere Beziehungen anstrengender machen, Konflikte mit anderen verstärken, uns innerlich unter Druck und Stress setzen und unsere Gedanken in Dauerschleife und Grübelmodus schicken.
Und wir alle kennen diese Geschichten, die sich dann in unseren Köpfen abspielen, wenn wir erstmal in Kopfkino unterwegs sind:
Was tut man? Was tut man nicht? Was ist richtig? Was ist falsch?
Genau dadurch begrenzen wir uns oft aber unbewusst selbst.
Warum Normalität Stress erzeugen kann
Fragt man Menschen, warum sie etwas tun oder nicht tun, findet jeder von ihnen haufenweise Gründe.
Zum Beispiel, warum man bestimmte Lebensmittel kauft, oder bei einer bestimmten Lebensmittelkette einkauft. Warum man bestimmte Urlaube bucht (der eine gerne Campingplätze, der andere Hotels, der nächste Pensionen, was auch immer). Warum man vielleicht bestimmte Marken trägt.
Warum man sich für etwas entscheidet – oder eben dagegen.
Es gibt unzählige Gründe, warum man etwas moralisch verwerflich, falsch oder „unnormal“ findet.
Vielleicht fallen dir da auch sofort Gespräche ein, die in der Vergangenheit schnell zu Diskussionen oder Streit führten.
Jeder verteidigt seine Gründe, jeder ist überzeugt, dass seine Sicht wahr ist.
Gleichzeitig ist es aber so:
Jeder ist in seinen eigenen Gedanken verstrickt –
im eigenen kleinen Gedankenuniversum, das sich von Moment für Moment verändern kann.
Denn unsere Gedanken sind fluide. Sie sind flüchtig. Sie kommen und sie gehen.
Mit unserem Denken verändert sich auch die Welt, wie wir sie wahrnehmen – und plötzlich kann es gut sein, dass wir vielleicht das ein oder andere, was wir eben noch als unangenehm oder schlimm empfunden haben – nun völlig okay ist.
Natürlich ist auch der umgekehrte Fall möglich, von eben noch toll, zu blöd.
So fluide ist unser Denken. Wie die Wolken am Himmel, die ständig weiter ziehen.
Ein Beispiel aus einer anderen Kultur
Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einer Iranerin. Dort scheint es wohl völlig normal, dass junge Frauen zum 18. Geburtstag eine Nasenkorrektur von der Familie geschenkt bekommen.
Hier würden manche Menschen vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Andere wären vielleicht neugierig.
Wieder andere wären vielleicht begeistert.
Gleicher Sachverhalt –
aber völlig unterschiedliche Normen.
Dieses Beispiel zeigt so deutlich:
Wir alle laufen ständig durch die Welt mit all unseren Konditionierungen, die wir für richtig halten.
Das macht man. Das macht man nicht.
Das braucht man. Das braucht man nicht.
Das gehört sich. Das gehört sich nicht.
Das ist richtig. Das ist falsch.
Doch wenn wir den Scheinwerfer mal auf das große Ganze richten, kann sich plötzlich unsere eigene Perspektive verändern.
Wenn Beziehungen entspannter werden dürfen
Beziehungen – selbst verhärtete und verkrustete – können plötzlich viel entspannter werden, wenn wir anfangen zu verstehen:
Es gibt unendlich viele Unterschiede zwischen uns, aber es gibt auch etwas, das uns alle verbindet:
Wir sind Menschen.
Wir betrachten die Welt immer nur durch unseren persönlichen Filter. Wir erleben die Welt von innen nach außen – von Moment zu Moment.
Wenn wir entspanntere Beziehungen führen wollen oder uns entspanntere Beziehungen zu anderen wünschen, lohnt es sich, offener und neugieriger dem anderen gegenüber zu werden.
Velleicht einmal nachzufragen, oder richtig zuzuhören, ohne den anderen zu unterbrechen. Echte und offene Fragen zu stellen. Den anderen einladen, seine Sicht auf die Dinge darzustellen und vor allen Dingen auch mal wieder die eigenen Schubladen zu entrümpeln und zu hinterfragen – denn wir bewegen uns ständig in solchen gedanklichen Schubladen.
Gesetz der Aufmerksamkeit: Wo unser Blick hingeht…
Wenn du etwas nicht normal findest, wird dein Gehirn anfangen, überall Bestätigungen dafür zu suchen.
Findest du es vielleicht absurd, viermal im Jahr in den Urlaub zu fahren?
Dann wirst du genau diese Überzeugung überall gespiegelt bekommen – sei es, dass dir irgendwo irgendwelche Artikel begegnen, oder vielleicht in Gesprächen mit anderen, oder du hörst einen Podcasts, vielleicht auch im Fernsehen, oder wo auch immer.
Findest du es hingegen völlig normal oder vielleicht sogar inspirierend – wirst du auch dann mitunter 100 Gründe und mehr finden, warum das sinnvoll oder schön sein könnte.
Der Fakt aber bleibt:
Der eine fährt in den Urlaub. Der andere nicht.
Der eine macht eine Schönheits-OP.
Der andere nicht.
Der eine lässt sich tätowieren.
Der andere nicht.
Der eine kauft eine Immobilie.
Der andere nicht.
usw…
Wir finden immer Gründe
– dafür oder dagegen, einfach um uns zu orientieren.
Hinter den Kulissen
Wenn wir ein Stück über den Tellerrand schauen, entdecken wir immer wieder:
Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Gedankenwelt, von Moment zu Moment, geprägt von Erfahrungen, Herkunft und Konditionierung.
Vielleicht kam jemand aus einem strengen, konservativen Elternhaus.
Vielleicht aber auch aus einem vollkommen freien.
Vielleicht gab es klare Regeln.
Vielleicht aber auch gar keine Grenzen.
Vielleicht gab es gute Erfahrungen. Vielleicht auch weniger.
Alles ist möglich.
Und das finde ich unfassbar spannend, diese Vielfalt zu entdecken. Sich selbst immer besser kennenzulernen – und zu verstehen, warum man heute so tickt, wie man tickt. Oder warum vielleicht sofort in eine Abwehrhaltung gerät?
Es lohnt sich, die Perspektive zu wechseln und sich selbst noch besser kennen zu lernen – auch um entspanntere Beziehungen mit anderen zu erleben.
Schaust du ständig auf das, was scheinbar „nicht normal“ ist, oder bist du immer wieder mit anderen in solchen Diskussionen, fühlst dich verwickelt und verstrickt, dann könnte das auch ein Hinweis sein, dass es etwas in deinem Inneren gibt, was dich vielleicht ruft.
Vielleicht fühlst du gerade eine innere Leere. Vielleicht fühlst du dich eher unzufrieden. Vielleicht drehst du dich gedanklich ständig im Kreis.
Dann lohnt sich die Frage: Was genau stört mich denn eigentlich daran, was ich als „nicht normal“ bezeichne? Und schützt meine Egokröte vielleicht etwas damit?
Hinter vermeintlichen Urteilen und Bewertungen steckt oft ein tieferer Wunsch verborgen.
Zum Beispiel bei der Kundin, …
– die sich über die „zu-viel-Urlauber“ aufregte. In Wahrheit steckte eine tiefere Sehnsucht dahinter, selbst mal wieder zu reisen – aber sie erlaubte es sich nicht.
– die, die Schönheits-OPs ihrer Tochter nicht gut fand. In Wahrheit war ihr Wunsch eigentlich nur, dass ihre Tochter sich genauso so annehmen kann, wie sie ist. Weil sie selbst früher ein People Pleaser und everybodys darling war – um geliebt und gemocht zu werden.
Selten verurteilen wir etwas, das uns völlig egal ist. Meistens steckt ein Wunsch, eine Verletzung oder eine tiefere Sehnsucht dahinter.
Nicht zu vergessen.
Nicht zu vergessen, gibt es noch etwas Wesentliches: Unser Gehirn.
Unser liebes Gehirn ist evolutionär darauf ausgelegt, Gefahren zu erkennen. Das ist seine Funktion! Früher war das lebensnotwendig, denken wir an Säbelzahntiger und Co.
Die Welt hat sich verändert, aber das Gehirn reagiert immer noch gleich – und so kann die scheinbare Gefahr sogar eine unangenehme E-Mail sein, ein unerwartetes Gespräch oder etwas Neues, was unser Gehirn als Säbelzahntiger einordnet.
Unser Gehirn macht was es macht.
Aber es ist gut, darum zu wissen. Das bringt uns wieder zurück in die Selbstwirksamkeit und der Möglichkeit selbst zu entscheiden, wie wir mit Herausforderungen umgehen wollen.
Es ist normal, dass unser Denken körperliche Reaktionen auslöst. Machen wir uns Sorgen, oder haben angstvolle Gedanken, spüren wir dies in unserem Körper
.
Aber:
Wir leiden nie unter den Umständen selbst –
immer unter unserer Perspektive auf die Umstände.
Wenn wir wirklich verstehen, wie wir als Mensch funktionieren, können wir wieder frei entscheiden:
Will ich das Leben leichter und freudvoller spielen – oder eher mühsam, anstrengend und schwer?
Beide Richtungen sind möglich – aber du darfst wählen.
Denk immer daran „Glücklicher leben ist möglich, für jeden – auch für dich.“
Wenn du das Steuer wieder selbst übernehmen willst
Wenn du beim Lesen vielleicht gespürt hast, dass das Leben eigentlich viel zu kostbar ist, um weiterhin:
-
- ein „People-Pleaser“ oder „everybody`s darling“ zu sein
- dich von alten Konditionierungen immer noch ausbremsen, klein halten, oder antreiben zu lassen
Oder dir gerade die Orientierung und innere Klarheit fehlt,
wie du mit einer aktuellen Herausforderung am besten umgehen kannst –
dann lass uns zusammen schauen, wie auch du dich innerlich wieder neu aufstellen kannst: Für ein Leben, das dich wirklich berührt, nährt, inspiriert und erfüllt.
Ein Leben, in dem du mit mehr Vertrauen, innerer Klarheit und Leichtigkeit deinen eigenen Weg gehen kannst – authentisch, ehrlich, echt.
Glücklicher und entspannter zu leben ist möglich – auch für dich. 🌿
Ich arbeite übrigens ganz umkompliziert telefonisch oder online, oder verabreden uns zu einem speziellen VIP Retreat.
Ich freue mich dich persönlich kennenzulernen.

Alexandra Rosit-Hering Neuausrichtungsmentorin für mehr Klarheit & innere Balance im Leben
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