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Kennst du das? Der Terminkalender ist bereits voll, das Tagespensum eng strukturiert und jetzt hast du deinem Partner auch noch zugesagt eine Besorgung für ihn zu erledigen.
Wieder einmal hast du zu schnell Ja gesagt, aber eigentlich hast du überhaupt keine Zeit …oder wenn du ganz tief in dich rein spürst keine Lust.

Schnell mal JA gesagt, ohne an die Auswirkung zu denken.

Wir kennen das alle, wir sagen anderen Menschen etwas zu oder versprechen ihnen etwas, aber just in dem Augenblick, wo das JA aus unserem Munde kommt, fühlen wir eigentlich ein NEIN.
Das Zeitkontingent ist vielleicht schon ausgeschöpft, vielleicht haben wir aber auch keine Lust oder fühlen uns im Moment gar nicht in der gesundheitlichen Verfassung zu helfen.

Hätten wir also von Anfang an NEIN zu dem anderen Menschen gesagt, wäre das ein ehrliches JA zu uns selbst gewesen.

Anderen Menschen gegenüber eine Bitte abzulehnen, hat nicht immer zwangsläufig etwas mit egoistischem Denken oder gar Narzissmus zu tun, sondern wir sprechen hier von einer gesunden Portion Selbstfürsorge, die in erster Linie für unser persönliches Wohlbefinden und unser Gleichgewicht im Leben zuständig ist.

Warum sagen wir denn überhaupt erst JA zu anderen, obwohl wir doch eigentlich NEIN meinen?

Wenn da nicht das liebe Bedürfnis nach Harmonie wäre;-)
Wem Konflikte unangenehm sind und wer lieber harmonisch mit anderen Menschen zusammen lebt, wird eher öfter mal JA sagen, ohne vorher darüber nachzudenken, welche Auswirkungen das für ihn hat.

Das harmonische Ja kommt nicht aus dem Herzen.

Da ein “harmonisches JA” nicht aus dem Herzen kommt, sondern aus einem Harmoniebedürfnis heraus, wird es immer einen schalen Beigeschmack mit sich bringen. Denn es ist kein authentisches, kein echtes Ja, was aus deinem tiefsten Herzen kommt, sondern ein verbogenes Ja.

In Deinem tiefsten Inneren verbiegst Du Dich also, nur um Deinem Gegenüber zu gefallen.

  • Wie oft hast du dich in deinem Leben schon verbogen, weil du zu etwas Ja gesagt hast, obwohl du es gar nicht tun wolltest?
  • Wie oft hast du JA gesagt, weil du einen anderen Menschen nicht mit einem NEIN verletzen wolltest?
  • Wie oft hast du einer Bitte nachgegeben, obwohl du eigentlich erschöpft warst und eine Auszeit gebraucht hättest?

Auch unsere lieben Glaubenssätze sind beim JA sagen, nicht außer Acht zu lassen;-)

  • Ich kann nicht NEIN sagen!
  • Erst kommen die anderen, dann erst komme ich!
  • Dienen kommt vor dem verdienen!
  • Ich muss anderen helfen!
  • Konflikte sollte man im Leben vermeiden!
  • Ohne Fleiß, keinen Preis!

Kommt dir der ein oder andere Glaubenssatz aus deinem Leben bekannt vor, oder hast du vielleicht einen ähnlichen?

Wenn wir also solchen Gedanken denken oder glauben, was wird wohl dann geschehen?
Werde ich mit dem Glaubenssatz „Ich kann nicht Nein sagen“ ein gutes Ja für mich selbst durchsetzen können?
Eher wohl nicht.

Glaubenssätze begleiten uns unter Umständen schon über einen längeren Zeitraum im Leben. Da sind zum einen die Prägungen aus unserer Kindheit, aus unserem Familiensystem, dann kommt die Schule, die Freunde, die Bekannten, die Partner, die Chefs unser gesamtes Umfeld noch hinzu. Je nachdem welche Erfahrungen, wir bis jetzt ins unserem Leben gemacht haben, begleitet uns der ein oder andere Glaubenssatz aus früherer Zeit noch heute.

Zwei wesentliche Tipps, die dir helfen dich liebevoll anderen gegenüber abzugrenzen und für dich selbst einzustehen:

Was kannst du tun um nicht zu schnell JA zu sagen?

Nimm dir eine Bedenkzeit!

Bevor du also wieder zu schnell JA sagst, nimm dir eine Bedenkzeit. Sag deinem Gegenüber z. B. „Ich werde darüber nachdenken, prüfen ob das noch in meinen Zeitrahmen passt und gebe dir dann gerne morgen Bescheid.“
So kannst du in Ruhe sein Anliegen überprüfen, ob das wirklich zu deinen Bedürfnissen passt und ob sich das noch in dein zeitliches Kontingent integrieren lässt.

Wie sage ich NEIN, ohne den anderen zu verletzen?

Probiere es mit der Höflichkeitsformel „Tut mir leid, aber leider kann ich diesmal deine Besorgung nicht erledigen, weil …..“
Wer länger in England verweilt hat, weiß das chronische Entschuldigungen „Sorry,…..“ hier zum guten Ton und allgemeinen Wohlbefinden beitragen.
Entschuldigung sind also nicht nur Schuldeingeständnisse, sondern eine Höflichkeitsformel.

Schon Goethe nennt sie die „Höflichkeit des Herzens“.

Ein NEIN zu formulieren wird dir vielleicht am Anfang noch Schwierigkeiten bereiten, aber je mehr du lernst deiner inneren Stimme zu folgen, was du wirklich willst, was deine Bedürfnisse sind, desto mehr wirst du ein schöneres und erfüllteres Leben führen, und nicht eins in Zerrissenheit nur um anderen zu gefallen und irgendwann selbst auszubrennen.

Ein NEIN ist schließlich auch immer ein JA, und zwar ein liebevolles und ehrliches JA für Dich selbst!

Ich wünsche dir viel Freude mit den zwei liebevollen Abgrenzungsübungen, dir Bedenkzeit zu nehmen und die Höflichkeitsformel zu verwenden.

Erzähl mir doch von deinen großen und kleinen Erfolgen. Wie geht es dir mit dem „JA zu Dir selbst“? Wie gut gelingt es dir achtsam mit dir umzugehen, mehr deiner inneren Stimme zu folgen und dich liebevoll von anderen abzugrenzen?

Oder gibt es noch alte Überzeugungen, Glaubenssätze, Prägung oder andere Muster in dir, die dich schlecht Nein sagen lassen, die dich einengen und an einem schönem Leben hindern?

Die Lösung liegt in dir.

In einem Kennenlerngespräch kannst du mehr darüber erfahren, wie sich Verstrickungen und Blockaden erfolgreich lösen lassen.

Herzlichst Alexandra

„Wer seine innere Mitte gefunden hat, kann im Außen gelassen für sich selbst einstehen.“