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Die Macht sei mit Dir … oder so 😉
Es war an einem Samstag Abend vor ca. einem Jahr. Geplant war seit langem mal wieder ein schönes Essen mit lieben Freunden (auch selbständige Unternehmer) und offenem Ende. Schon lange hatten wir uns Vier darauf gefreut, endlich mal wieder Zeit miteinander zu verbringen. Zeit für unsere Freundschaft zu haben. Mal zu reden, ohne Unterbrechung von Kind und Kegel, irgendwelchem Ärger mit Lieferanten, Kunden oder dem Finanzamt.

Da saßen wir nun bei unserem Lieblingsitaliener und ich spürte („meine Empathie hat leider nicht immer Vorteile“ 😉 ) )die gedrückte Stimmung trotz des wunderbaren Essens.

Wenn es anders kommt, als geplant.

Na komm, spuck`s aus, sagte ich zu unserem Freund, was ist denn los?
Ich will Euch heute Abend eigentlich nicht damit behelligen, wir wollten doch endlich mal wieder einen schönen Abend zusammen verbringen, sagte er.
Stimmt! Wir wollten einen schönen Abend verbringen, abseits von unseren Alltagsgedanken und unserem Trott, aber die gedrückte Stimmung war ja spürbar da, auch wenn er uns nicht damit behelligen wollte. Wir einigten uns darauf, dass er erzählte, was ihn beschäftigte, wir darüber sprechen, aber nicht den ganzen Abend nur diesem einen Thema unsere ganze Aufmerksamkeit widmen.

Wenn die Stimmung erstmal im Keller ist…

Samstag Morgen, gut gelaunt ging unser Freund also zum Briefkasten, um seine Tageszeitung und die Post zu holen. Ein Brief blickte ihm sofort entgegen und ließ seinen Puls deutlich höher schlagen. Für einen kurzen Augenblick überlegte er, den Brief doch lieber bis zum Montag im Postkasten zu lassen, aber es würde ihm ja doch keine Ruhe lassen. Er mußte jetzt sofort wissen was drin steht!
Mit dem Öffnen des Briefes stieg seine eben noch freudige Stimmung sofort in den Keller. Eine alte gerichtliche Geschichte, die eigentlich schon letztes Jahr sein Ende gefunden haben sollte, wurde schon wieder verschoben. Das Ganze zog sich schon über Jahre und kostete immer wieder Geld, Zeit und unendlich Nerven. An einem normalen Wochentag hätte ihn dieses Schreiben gar nicht so sehr aus der Bahn geworfen. Aber heute, am Samstag, wo er in Wochenendstimmung war, in einem entspannten Modus, hatte er zum einen nicht mit dieser Nachricht gerechnet, zum anderen konnte er nicht reagieren, da am Wochenende sein Anwalt nicht arbeitete. Das einzigste was also passierte, war dass er die ganze Sache nicht mehr aus seinem Kopf bekam. Es ratterte und ratterte in seinem Oberstübchen….

Wenn Informationsflut zum Fluch wird.

Die liebe Post. Das Problem kannte ich nur allzu gut. In einem selbstständigen Haushalt mit zwei Unternehmen, Firmensitz jeweils zu Hause, und noch unserem ganzen anderen privatem Kram, kam da früher einiges an Informationsflut zusammen. Dementsprechend bekam unsere Post jeden Tag unsere geschätzte Aufmerksamkeit. Dass die unangenehmen Dinge immer zum Wochenende kamen, war für uns auch nicht neu.
Dementsprechend war das ein oder andere Wochenende früher schon manchmal stimmungsmäßig sehr gehalten. Das nervigste an der eingegangen Post war aber, nichts tun zu können, einfach nicht handeln oder reagieren zu können. Die Angelegenheit musste dann bis Montags warten, um geklärt zu werden.
Ein Gedankenkarussel setzte sich dann meist in Bewegung, dass sich manchmal zwar durch Ablenkung eindämmen ließ, aber spätestens abends im Bett, wenn es im Außen ruhig wurde, ging der Gedankenstrudel weiter. Die unterschiedlichsten Dinge malte man sich aus, aber an Ruhe und Erholung war nicht mehr zu denken.
Eine Lösung musste dringend her!

Das Wann der Informationsflut bestimme ich!

Wir wollten selbst bestimmen, wann wir wem unsere geschätzte Aufmerksamkeit zuteil werden lassen.
So kamen wir zum guten alten Postfach 😉
Was für eine wohltuende Erleichterung. Ich lasse mir nicht mehr diktieren, wann ich meine Post lese, sondern bestimme selbst, Tag und Zeit des Lesens.
Immer Montags, zu Beginn der Woche, ist z. B. unser Posttag. Zum Wochenanfang fahre ich also auf die Post, hole den Poststapel aus dem Postfach, sortiere Werbung und falsch adressierte Post direkt vor Ort aus. Zu Hause widme ich mich dann fokussiert nur diesem einen Thema. Entscheide was sofort erledigt werden muss, oder lege mir die Unterlagen in einem Wochenplaner auf den jeweiligen Tag.
Das geht doch gar nicht??? Oh ja, das geht sehr wohl! Schon seit fast 15 Jahren und das äußerst erfolgreich. 🙂
Ich alleine bestimme so, wann in meinem Tagesablauf ich Informationen meine Aufmerksamkeit schenke, ob häppchenweise 6 x in der Woche oder nur einmal fokussiert in der Woche.
Probiere es aus!
Ich kann nur sagen, für mich bekommt das Postfach: Prädikat empfehlenswert!
Auch wenn es seit diesem Jahr ca. 20 € Bearbeitungsgebühr kostet und ich einmal in der Woche zur Post fahren muss, um die Sachen zu holen. Das ist es mir auf jeden Fall wert!

Mehr Unabhängigkeit und Freiheit durch Selbstbestimmung!

Für mich einer der größten Werte, diese Flexibilität und Freiheit zu haben, nicht mehr Häppchenweise meine Aufmerksamkeit auf postalische Angelegenheiten zu richten, sondern fokussiert. Die Woche über kann ich reagieren und zum Wochenende hin, muss ich mich nicht mehr über unangenehme Post ärgern.
Der angenehme Nebeneffekt ist übrigens, durch das Aussortieren vor Ort weniger Altpapier und Kataloge zu Hause. Die entspannteren Wochenenden sind auch nicht zu unterschätzen. 😉
Bei unseren Freunden ist das jetzt jedenfalls so seit einem Jahr. Sie haben nach unserem Gespräch beim Italiener sofort Montags ein Postfach angemietet. Seitdem sind sie deutlich gelassener und relaxter an den Wochenenden.
Das Thema des Freundes haben wir an diesem Abend tatsächlich zeitlich auf eine Stunde begrenzt! und es danach noch geschafft einen tollen Abend miteinander zu verbringen. 🙂

Wie gehst Du mit Informationsfluten von Außen um? Lässt Du noch anderen die Macht über Dich und Deine Stimmung, oder bestimmst Du schon selbst, wann Du wem Deine Aufmerksamkeit schenkst? Gerade bei selbständigen Unternehmern ist Berufliches und Privates oft vermischt und kann dadurch zusätzlichen Stress verursachen. Schaff Dir also bewusst Auszeiten und bestimme selbst, wann Du online oder offline sein willst für Informationen von Außen. Begrenze das Wann für Deine eigene Freiheit und mehr Lebensqualität.

Das gute alte Postfach ist auf jeden Fall in unserem Leben und das unserer Freunde nicht mehr wegzudenken. 🙂

Genieße ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben in Balance.

Die Entscheidung liegt bei Dir!

Herzlichst, Alexandra Rosit-Hering

Beitragsfoto: unsplash – u3ajsxhzm_u-freddy-castroneu

P.S.  Mehr wertvolle Impulse für mehr Freiheit und Balance im Leben: https://www.neuaufgestellt.de/blog/warum-ein-liebevolles-nein-zu-anderen-ein-ehrliches-ja-zu-dir-selbst-ist/