• Aufstellung

  • Wozu "Aufstellungsarbeit"? Eine kurze Einleitung.

    Wo immer Menschen in Beziehungen zueinander stehen, miteinander leben oder miteinander arbeiten, bilden sie ein soziales System.
    In besonderer Weise gilt dies für die Beziehungen innerhalb der Familie, aber auch für das Beziehungsgeflecht in Betrieb und Arbeitswelt.
    Aufstellungsarbeit, so wie ich sie im Rahmen meiner eigenen Praxis als Beraterin, Coach und Trainerin verstehe, geht von der Annahme aus, dass Leben wesentlich in Beziehungen geschieht.
    Beziehungen können scheitern und unfrei machen, Beziehungen können aber auch befreien und neue Wege aufzeigen.

  • Beziehungen sind kein Schicksal, sondern können aktiv gestaltet und verändert werden.

     

    Dies gilt sowohl für unsere gegenwärtigen Beziehungssysteme, in denen wir leben (Partnerschaft, Familie, Beruf), als auch für die Beziehungen zu Personen, von denen wir bereits getrennt sind (wie z. B. von Verstorbenen), die durch nicht aufgelöste Konflikte noch immer Einfluss auf unser Leben haben.
    Durch gegenständliche oder personelle Aufstellung des Konfliktsystems ist es möglich, Blockaden, Hindernisse, Ungeklärtes in den Beziehungen „sichtbar“ und „erfahrbar“ zu machen. 
    Darin liegt ein Potential, den Beziehungskonflikt aufzulösen, die Beziehung neu zu sehen und das eigene Denken, Fühlen und Handeln zu verändern. Ziel meiner Aufstellungsarbeit ist somit wesentlich, dass die Menschen, mit denen ich arbeite, sinnvolle Lösungen für sich erschließen, in denen das Leben in und mit Beziehungen gelingen kann.

  • Der Ursprung der Aufstellungsarbeit.

    Die Aufstellungsarbeit kommt ursprünglich aus der Familientherapie. Sie geht hauptsächlich auf Virginia Satir (Familienskulptur bzw. Familienrekonstruktion) und Bert Hellinger (Familienaufstellung) zurück.

    Eine Familienaufstellung dient dazu, das System der Beziehungen innerhalb der Familie abzubilden und das Beziehungsgeflecht der Familienmitglieder darzustellen. Da Systeme nicht statisch sind, sondern eine Dynamik verkörpern, liegt in deren Darstellung und Verdeutlichung ein wesentlicher Fokus der Aufstellungsarbeit: Systemische Verstrickungen können so wahrgenommen und zur Auflösung gebracht werden.

    Vereinfacht ausgedrückt könnte man auch sagen: wir schauen hinter die Kulisse des Familiensystems, Konflikte, Blockaden oder Hindernisse werden dadurch sichtbar, und ein Lösungsbild erarbeitet (es kann zu einer Lösung kommen).

    Für den Businesskontext wurde die Familienaufstellung weiterentwickelt zur „Organisationsaufstellung“ und „Strukturaufstellung“ von Matthias Varga von Kibéd, Insa Sparrer, Gunthard Weber, Klaus P. Horn und Regine Brick.

     

  • Wie „funktioniert“ Aufstellung? Die Methode der Aufstellungsarbeit

    Für eine Aufstellung braucht man ein „Anliegen“ und „Repräsentanten“, die dieses Anliegen in ihrer systemischen Konstellation und Dynamik „darstellen“.

    Repräsentanten können Personen, aber auch – wie vor allem in der telefonischen Aufstellungsarbeit - Figuren oder Symbole sein.

    Ein Fallbeispiel: Person A möchte gerne die Beziehung zu Ihrem Partner anschauen. Ständig gibt es Streit und Missverständnisse in ihrer Beziehung. Ihr Wunsch nach einer harmonischen Beziehung ist groß.
    Was kann Sie tun?

    Person A wählt nun für sich, Ihren Partner und den Konflikt Repräsentanten aus.

    Person A wird aufgefordert, die Repräsentanten nacheinander in den Raum zu stellen, dabei der eigenen Intuition folgend.

    Die Repräsentanten spüren sich ein in ihre Position im Raum, sowie in ihre Position zueinander. Person A beobachtet die Situation von außen.

    Die Repräsentanten werden nun nacheinander vom Aufstellungsleiter nach Ihren Körperempfindungen, Gefühlen, Blickrichtungen befragt. Bewegungs- bzw. Veränderungsimpulsen eines Repräsentanten, seien sie verbal oder nonverbal geäußert, geht der Aufstellungsleiter nach und klärt, ob der neue Platz, die neue Konstellation besser oder schlechter erfahren wird.
    Ebenso wird die Veränderung bei den anderen Repräsentanten abgefragt. Positionen werden verändert, bis alle Ihren „richtigen“ Platz im Rahmen des Beziehungsgeflechts gefunden haben. Wobei „richtig“ hier nicht im Sinne von richtig oder falsch zu verstehen ist, sondern im Sinne von „stimmig“, „sinnvoll“, „ganz“ oder „heilsam neu“.

    Weitere mögliche Schritte, mit der die Aufstellung zu einer Lösung kommen kann, sind die Anwendung von „lösenden“ Sätzen, die Anerkennung, Würdigung und Wertschätzung ausdrücken, sowie einen Ausgleich von Geben und Nehmen.

    Person A – um in unserem Beispiel zu bleiben - kann sich zum Schluss in ihr Lösungsbild hineinstellen, um dies nachzuspüren zu können. Manchmal reicht aber auch der anerkennende und bewusst wahrnehmende Blick von außen.

    In Bezug auf das ursprüngliche Anliegen wird das nun gefundene Lösungsbild noch einmal überprüft: fühlt sich die Lösung stimmig für mein Leben und meine Beziehung an? (…)

     

  • Wozu „Aufstellungsarbeit“? Ein kurzes Schlusswort

    In der systemischen Aufstellung, wie ich sie in meiner telefonischer Beratung oder online per Skype, sowie an meinen systemischen Aufstellungstagen praktiziere, sind mir vor allem drei Anliegen wichtig:

    • den Personen, mit denen ich arbeite, einen geschützten Freiraum zu bieten, in dem sie selbst eigene Lösungen für sich und für die Neugestaltung ihrer Beziehungen erschließen.
    • den Aufstellungsprozess so zu leiten, dass er in Anerkennung und Würde geschieht.
    • die Dynamik des Prozesses so einfühlsam zu begleiten, wie es nötig ist, damit sich die Personen auch in ihren Ängsten gehalten wissen.

    Frei nach dem Motto: Beziehungen sind kein Schicksal, sondern wir selbst haben es in der Hand, unsere Beziehungen so zu gestalten, dass sie uns Quelle von Lebensmut und Lebensfreude werden. Sie sind herzlich eingeladen…