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Kennst du diese Gefühle….
OHNMACHT, HILFLOSIGKEIT, AUSGELIEFERT sein?

Ein 8jähriges Kind ist mit seinen Eltern auf einer Feierlichkeit eingeladen. Es dauert nicht lange und es passiert was immer passiert. Ein Elternteil schaut zu tief ins Glas und trinkt Wein wie Wasser.
Der Alkohol löst die Zunge, macht hemmungslos. Das Elternteil lallt, spricht immer lauter, völlig ungefragt, mischt sich in jedes Gespräch ein und macht blöde Sprüche. Es wird immer lauter….immer schriller. Es ist einfach nur noch peinlich, alle Gäste schauen schon herüber.
Das Kind wird immer kleiner und kleiner, möchtest am liebsten weglaufen, ganz weit weg, aber wohin nur… versuchst sich die Ohren zu zuhalten, möchtest am liebsten versinken in den Boden, vor lauter Scham…
Der Mensch, den es sonst eigentlich doch so lieb hast, zeigt sich gerade von einer ziemlich unangenehmen Seite, zeigt vielleicht sein wahres Gesicht oder sein zweites Gesicht….
Das kleine Kind schleicht sich auf die Toilette, fühlt sich so ohnmächtig, hilflos und ausgeliefert, weint hemmungslos….und schämt sich für seine Eltern.

Als Erwachsene haben wir stets die Wahl!

Als Kind in einer solchen unangenehmen Situation zu stecken ist wahrlich kein Zuckerschlecken.
Die Wahlmöglichkeiten eines 8jährigen Kindes sind sehr beschränkt. Das „fremdschämen“ ein völlig natürlicher Prozess.
Aber als Erwachsene habe ich es stets in der Hand, ich habe die Wahl, ich bestimme über meine Gefühle. Jeden Tag auf`s neue.
Just genau in diesem Moment!

Ich entscheide! Du entscheidest!

Bin ich heute, im Erwachsen-ICH einer solchen Situation (wie oben beschrieben) ausgesetzt, habe ich Wahlmöglichkeiten und Entscheidungsfreiheiten. Ich habe Optionen, in der Regel sogar ganz viele.

Mögliche Entscheidungs-Varianten:

  • Möglichkeit 1: Ich gehe erst gar nicht zu dieser Veranstaltung!
  • Möglichkeit 2: Ich gehe zu der Veranstaltung, verlasse diese aber sofort, wenn ich merke, die Stimmung kippt.
  • Möglichkeit 3: Ich spreche vorab mit der betreffenden Person und bitte um eine konstruktive Lösung für beide Seiten (wobei das bei einem Süchtigen mit der Einsicht schwierig werden könnte.)
  • Möglichkeit 4: Es ist mir schnurzpiepegal, was die betreffende Person macht, selbst wenn sie sich nackt auszieht und einen Kopfstand macht. Es ist nicht mein Problem! Ich bin nicht für sie verantwortlich!
  • Möglichkeit 5: Ich ziehe auf eine andere Galaxie 😉

Mach nicht das Problem von anderen zu deinem Problem.

Kennst du Situationen in deinem heutigen Leben, die in dir unangenehme Gefühle auslösen, Hilflosigkeit, Scham, bis hin zur Ohnmacht? Schämst du dich vielleicht für eine Personen in deinem vertrauten Umfeld? Möchtest du am liebsten weglaufen, bleibst aber wie angewurzelt stehen und verfällst in eine Art Starre?

Spricht da dein Kindheits-ICH oder dein Erwachsenen-ICH?

Überprüfe deine Gefühle dieser Situation. Analysiere zunächst, ob es nicht der Teil deines Kindheits-Ich`s ist, der sich da gerade fremdschämt.
Du hast nicht für andere erwachsene Personen die Verantwortung, sondern nur für Dich. Die Entscheidung liegt also ganz allein bei dir, wie du als Erwachsener mit solchen Situationen umgehst. Manchmal gibt es gute Kompromisse mit gewissen Situationen oder Personen im persönlichen Umfeld umzugehen, aber wenn sich kein Kompromiss findet, dann ist es an der Zeit die Segel neu zu setzen und die alten verstrickten Beziehungssysteme aus der Kindheit loszulassen.
Gerade bei „Sucht“ der Eltern, ist die Verstrickungsgefahr der Kinder sehr groß, sich wieder ähnliche Partner an Land zu ziehen. Die Süchte des Partners müssen sich nicht zwangsläufig als gleiche Süchte im Außen widerspiegeln, statt Alkohol ist es dann vielleicht die unkontrollierte Sucht auf Essen, Magersucht, Harmoniesucht, Spielsucht, Sportsucht, Computersucht, Kaufsucht, Medikamentensucht, etc.

Analyse ist der erste Schritt, Bewusstsein der nächste.

Manchmal bringt uns das Analysieren unserer Gefühle schon einen ganzen Schritt weiter. Wer noch genauer hinschauen möchte, was unbewusst noch hinter seinen eigenen Süchten steckt und was eigentlich für die eigene Ohnmacht und Hilflosigkeit steht, kann sich mit Hilfe der systemischen Aufstellung einen Perspektivwechsel verschaffen, neue Erkenntnisse gewinnen, um endlich wieder handlungsfähig und selbstsicher Entscheidungen zu treffen.

Mir doch schnurzpiepegal 😉

Meine persönliche Variante ist die Nr. 4. : Es ist mir schnurzpiepegal, was die betreffende Person macht, selbst wenn sie sich nackt auszieht und einen Kopfstand macht. Es ist nicht mein Problem! Ich bin nicht für diese Person verantwortlich!
Ich bin nicht für das Verhalten und Handeln dieser anderen erwachsenen Person verantwortlich! Weder für meiner Eltern, mein Partner, Freunde, Bekannte, Verwandte,…
Was auch immer diese andere Person tut, sie selbst entscheidet sich dazu und trägt die nötigen Konsequenzen, die daraus resultieren.
Ich kann weder für diese Person entscheiden noch steht es mir in irgendeiner Art und Weise zu, für diese Person eine Entscheidung zu treffen.
Ich kann diese Person nicht ändern, aber ich kann meine Gedanken stets verändern. Meine Gedanken zu dieser Situation oder dieser Person. Jederzeit! Diese Entscheidungsfreiheit habe ich. Die Entscheidung liegt bei mir!

Was ist deine persönliche Variante?
Bist du noch verstrickt in alten Kindheitsmustern, fühlst dich in gewissen Situationen oder bei bestimmten Personen manchmal hilflos und ausgeliefert? Schämst dich fremd und möchtest manchmal einfach nur weit, weit weg?
Entscheide dich für ein selbstbestimmtes Leben – du hast die Wahl.
Die Entscheidung liegt bei dir!

Herzlichst, Alexandra Rosit-Hering
…mit Klarheit entspannter leben.