Warum dich Gefälligkeitsfallen von deinem Weg abbringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Beitrag entspannt hören:)

Eine Kundin von mir hatte sich ihren langersehnten Traum erfüllt und ein Haus an der Ostsee gekauft. 800 Km weit weg von ihrem jetzigen Wohnort. In fünf Jahren wollte sie sich dort komplett niederlassen. Bis dahin wollte sie nun jede Ferien dazu nutzen, ihr neues Heim zu ihrer ganz persönlichen Oase einzurichten. Schon lange war sie auf der Suche nach einem solchen Rückzugsort, wo sie sich frei entfalten konnte. Wo sie nicht mehr den Erwartungen von den Kollegen in der Schule, den Nachbarn und all den anderen alltäglichen Herausforderungen einer arbeitenden Mutter und Partnerin entsprechen musste.

Wie Träume zum Albtraum werden können.

Jetzt hatte sie diesen Platz gefunden. Keine drei Wochen nach dem Kauf entwickelte sich ihr Traum jedoch geradewegs zum Albtraum. Die ersten Konflikte standen im Raum. Sie war genervt und gestresst. Der neue Nachbar, dessen Hilfe sie einmal angenommen hatte, stand nun ständig unangemeldet in ihrem Garten und wollte helfen. Die ehemalige Besitzerin des Hauses versuchte sie telefonisch mehrmals die Woche davon zu überzeugen, wie man sich gut ins Inselleben einbringt. Jeder wollte etwas von ihr, aber sie suchte doch nur nach Ruhe.

Es wird nicht alles anders, nur weil du wegziehst.

Der Gedanke liegt nah, wenn wir woanders hinziehen, wird ab sofort alles anders. So einfach ist es aber leider nicht. Auch wenn wir das Alte loslassen, in eine neue Umgebung mit anderen Menschen ziehen, wird sich unser Leben dadurch nicht von jetzt auf gleich komplett verändern.
Selbst wenn wir unser altes Inventar verkaufen, uns mit neuen Möbeln eindecken, vielleicht sogar das Haus noch nach bestimmten Gesichtspunkten wie z. B. Feng Shui einrichten. Es wird nicht sofort alles anders werden!
Denn da gibt es einen ganz wesentlichen Punkt, den wir immer mit im Gepäck haben: uns selbst!

Sind unsere alten Verhaltensmuster, Glaubenssätze oder Prägungen noch aktiv, tappen wir wieder und wieder in die gleichen Fallen. Egal wo wir uns befinden, selbst wenn wir nach Spanien auswandern. Uns selbst nehmen wir überall hin mit. Stellen wir die Meinungen oder Bedürfnisse von anderen über unsere eigenen, machen wir uns immer wieder abhängig von dem was andere denken und sagen. Lediglich hat das neue Umfeld nun neue Gesichter und Namen. Die Nachbarin heißt jetzt nicht mehr Susanne aus Frankfurt, sondern vielleicht Isabel aus Barcelona.

Innen und außen gehören zusammen.

Es reicht nicht nur aus, das äußerliche Umfeld zu verändern, es braucht auch eine innere Kraft und Stärke, um Herausforderungen gelassen zu begegnen und entspannt für sich selbst einstehen zu können. Innen und außen gehören zusammen.
Ist die eigene innere Mitte kraftvoll entwickelt macht uns ein Windstoß von außen nicht viel aus! Sind wir weniger gut verwurzelt, sehr harmoniebedürftig und orientieren uns stark im Außen, schaffen wir oft nicht unsere innere Mitte zu halten. Sagen aus Nettigkeit Ja, obwohl wir Nein meinen. Schaffen es nicht gut auf uns selbst zu achten, für uns selbst zu sorgen. Wir wehen wie ein Fähnchen im Wind, mal nach rechts, mal nach links, nach vorne und hinten.
Nur uns selbst verlieren wir dabei oft aus den Augen.

Vor lauter Harmoniebedürfnis vom Weg abgekommen.

Durch die vielen kleinen Herausforderungen mit dem neuen Nachbarn und der ehemaligen Vorbesitzerin hatte sich bei meiner Kundin das eigentliche Ziel verwässert. Vor lauter Harmoniebedürfnis und Nettigkeit war sie irgendwann von ihrem ursprünglichen Weg abgekommen. Erst als sie ihre eigene innere Mitte wieder gut spüren konnte, konnte sie im Außen den nächsten Schritt gehen: Zu sich selbst stehen!

Jedes liebevolle Nein zu anderen, ist ein ehrliches Ja zu dir selbst.

Was nutzt dir das tollste Traumhaus, wenn sich deine Vorstellungen von einem freien und selbstbestimmten Rückzugsort, aus falscher Rücksichtnahme, nicht realisieren lassen? Wer sich selbst ständig verbiegt oder gar verleugnet riskiert seine seelische und körperliche Gesundheit. Es ist viel befreiender und gesünder, wirklich zu sich selbst zu stehen. Achtsame und liebevolle Grenzen zu setzen und darauf zu schauen, was man selbst in diesem Moment braucht.
Jedes liebevolle Nein zu anderen, ist ein ehrliches und authentisches Ja zu dir selbst!

Fällt es dir leicht Grenzen zu setzen? Oder hast du auch manchmal das Gefühl, du schaffst es nicht deinen ursprünglichen Plan in die Tat umzusetzen, wegen falscher Rücksichtnahme?

Vier Fragen die dich auf deinen ursprünglichen Weg zurückbringen und dir neue Klarheit und Entspannung verschaffen:

  1. Was war mal dein ursprüngliches Ziel oder dein Wunsch?
  2. Wann bist du vom Weg abgekommen bzw. konntest nicht mehr für dich und deine Bedürfnisse einstehen?
  3. Was sind die nächsten Schritte, um die neuen Herausforderungen erfolgreich zu überwinden?
  4. Wer oder was könnte dich stärken und dir bei den nächsten Schritten behilflich sein?

Ich möchte dich ermutigen, bewusst aus den Gefälligkeitsfallen des immer „nettseinwollen“ auszusteigen und dich selbst an die erste Stelle zu setzen.
Auch wenn es zunächst Mut erfordert, Grenzen setzen kann man lernen. Schritt für Schritt!
Betrachte ab jetzt dein äußeres Umfeld einfach mal als ein gutes Übungsfeld um „Neinsagen“ zu üben. Achtsame und gesunde Gren­zen zu setzen. Du wirst immer mehr dich selbst kennen lernen und deine wahren Bedürfnisse.
Damit ebnest du den Weg in ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben in Balance.

Alles Liebe, Alexandra

 

 

 

Ich unterstütze moderne Frauen sich neu aufzustellen!
Ihren Schatz in sich zu entdecken, sodass sie gelassen für sich selbst einstehen
und dabei entspannt den Fluss des Lebens genießen können.
Der Weg zu einem authentischen und selbstbestimmten Leben!

 

 

 

 

Beitragsbild: unsplash, Miguel Bruna

2018-08-05T12:48:16+00:00Juni 26th, 2018|Allgemein, Blog|2 Kommentare

2 Comments

  1. Daniela Binder 25. Juli 2018 um 10:24 Uhr - Antworten

    Liebe Alexandra, danke für diesen Blogartikel. Du sprichst mir aus der Seele. Momentan habe ich einen Hexenschuss und ich denke, er ist auch aus dem Stress heraus gekommen, dass ich zu stark versuchen, es den anderen Recht zu machen, ohne dabei auf meine Bedürfnisse zu achten. Du erinnerst mit deinem Artikel daran, dass ich wieder mehr auf meine innere Stimme hören soll. Danke und viele Grüße

    • Alexandra Rosit-Hering 25. Juli 2018 um 12:00 Uhr - Antworten

      Liebe Daniela,
      es freut mich sehr, dass dieser Artikel Dir den nötigen Impuls gibt, wieder mehr deiner inneren Stimme zu folgen.
      Meinen Erfahrungswerten nach, steht der Hexenschuß tatsächlich meistens für Hin- und Hergerissensein. Man reißt sich zusammen, verrenkt sich, überfordert sich, hat zu hohe Erwartungen und Ansprüche an sich selbst und irgendwann reagieren wir auf der Symptomebene. Leider oft sehr schmerzhaft.
      Es ist und bleibt eine ständige Herausforderung zu den eigenen Impulsen und Bedürfnissen zu stehen!
      Erst wenn wir damit aufhören die Wunscherfüllerin für andere zu sein, den Mut haben uns selbst an die erste Stelle setzen, sind wir auf dem richtigen Weg zu einem selbstbestimmten und erfüllten Leben in Balance.
      Von Herzen wünsche ich Dir gute Genesung <3
      Alles Liebe, Alexandra

Hinterlassen Sie einen Kommentar