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Der Spagat des ewig Perfekten und wie sich trotzdem entspannen lässt.

In meinen Gesprächen mit meinen Coaching-Kundinnen wird immer deutlicher, wie groß doch der tägliche Spagat von uns Frauen mit Business und Familie ist. Egal ob es sich dabei um das eigene Business handelt oder um eine leitende Führungsposition. Ständig sind wir innerlich angetrieben Gas zu geben, um auch ja bloß alles unter einen Hut zu bekommen und dem eigenem Perfektionsanspruch gerecht zu werden.

Perfektes “Schöner Wohnen” Zuhause.

Wer just in diesem Augenblick, wo ich diesen Beitrag schreibe, zu mir nach Hause kommt, wird vielleicht über das ein oder andere Unaufgeräumte stolpern.
Das war nicht immer so. 😉
Jahrelang hatte ich den Anspruch, neben Business, Kind und Kegel, eines dieser wunderbar perfekt gestylten und aufgeräumten Zuhause, wie aus der Zeitschrift “Schöner Wohnen“, zu haben.
Alles schön aufgeräumt, ordentlich, luftig und hell. Das Wohnambiente perfekt aufeinander abgestimmt und die Dekoration noch das i-Tüpfelchen des Ganzen.

Schon früher als Floristin liebte ich es Blumen und Pflanzen mit allerlei Accessoires dekorativ und harmonisch in Szene zu setzen. Dazu kam noch mein Anspruch auf ein perfektes Schöner Wohnen in den eigenen vier Wänden, was sich in meiner früheren 70qm Single-Wohnung auch wunderbar realisieren ließ.

In meinem heutigen Zuhause hält das leider nie wirklich lange an…
Spätestens wenn alle Familienmitglieder wieder an Bord sind, oder eines der drei felligen Mitbewohnern die Dekoration als Spieleinladung betrachtet, oder frisch bezogene Kissen und Decken vollflufft, ist es aus und vorbei mit dem blitzblanken und perfekten „Schöner Wohnen“ Zuhause. 😉

Wie der eigene Anspruch den Stresspegel erhöht.

Noch vor einigen Jahren stresste es mich ungemein, wenn mein Zuhause nicht aufgeräumt und gestylt blieb. Wo ich doch zuvor soviel Einsatz, Zeit und Liebe investiert hatte. Stand dann noch jemand unangemeldet vor meiner Haustür, schnellte mein Stresspegel erst richtig in die Höhe. Meistens habe ich mich schon gerechtfertigt, bevor ich den Gast überhaupt reingelassen habe.
“Schau Dich bitte nicht so genau um. Ich bin noch nicht zum aufräumen gekommen.“

Die meisten schauten mich erstaunt an. Wussten gar nicht wirklich wovon ich rede. Es war ja auch gar nicht dreckig oder chaotisch.
Aber es entsprach in meinen Augen nicht dem Bild vom perfekten Wohnen.

Die Momentaufnahme des scheinbar Perfekten.

Perfektes Wohnen war für mich, wie die Aufnahmen aus der Schöner Wohnen Zeitung. Perfekte Familie in ihrem perfekt stylischen Zuhause. So sollte es bei mir auch sein.
Das dies nur eine Momentaufnahme war und es hinter dieser Kulisse vielleicht gar nicht das Perfekte gab, kam mir gar nicht in den Sinn.

Vielleicht ging es der äußerlich attraktiven und scheinbar perfekten Business Frau von diesem Foto gar nicht so perfekt wie es den Anschein hatte.
Vielleicht ging es ihr wie den meisten Frauen mit Business, Kind und Kegel. Ständiger Spagat, damit alles wie am Schnürchen läuft.
Schwierigkeiten abzuschalten. Innerlich unruhig und ständig getrieben fühlen. Keinen erholsamen Schlaf. Häufiges wach liegen wegen Gedankenkreisens.
Körperliche Reaktionen, wie Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen.
Konzentrationsschwäche und eingeschränkte Leistungsfähigkeit.
Schnelles Gereizt sein….

Ich wußte rein gar nichts über diese Frau und ihrem Leben, ausser das mir diese Bilder des scheinbar Perfekten immer wieder suggerierten, dass willst du auch haben.
Und mich damit so richtig in Stress versetzten.

Perfektion braucht ganz besondere Zuwendung.

Irgendwann stellte ich mir vier Fragen:

  • Was hätte ich gerne perfekter in meinem Leben?
  • Ist dieses Thema realistisch aktuell sofort veränderbar ?
  • Was müsste ich dafür tun, damit ich dieses Ziel tatsächlich erreiche?
  • Bin ich bereit die Bedingungen zu erfüllen, um dieses Ziel zu erreichen?

Durch die Fragen bekam ich endlich eine innere Klarheit, was ich wirklich wollte. Mir wurde zum ersten Mal bewusst, dass ein so perfekt durchgestyltes Heim auch eine ganz besondere Zuwendung braucht.
Eine Person, die alles in Schuss hält, quasi eine perfekte Sauber- und Ordnungsmacherin. Die stets herumwuselt, alles wieder schön richtet und mit nichts anderem mehr beschäftigt ist….
Das würde definitiv kein acht Stunden Arbeitstag sein. Das würde schon eher der “Rund-um-die-Uhr-Job” werden und definitiv nicht meiner. 😉

Ich wollte lieber meine Zeit in mein Herzensbusiness investieren:
Noch mehr Frauen dabei zu unterstützen ihre innere Kompetenz und Größe so zu entfalten, dass sie auf sanfte Art für sich selbst einstehen können – unabhängig von anderen Menschen oder äußeren Umständen.

Unperfekt kann vollkommen perfekt sein.

Mir wurde klar, dass ich damals als Single, neben meiner Führungstätigkeit des Blumenladens und meinen Freunden, trotzdem noch viel mehr Zeit für andere Dinge hatte als heute.
Zum anderen fand ich meine aufgeräumte und gestylte Wohnung beim Eintreffen stets wieder genau so vor, wie ich sie auch verlassen hatte.

Heute habe ich eine ganz andere Ausgangsposition.
Ich lebe mit verschiedenen Mitbewohnern zusammen, die ein anderes Verständnis von Ordnung und Style haben, und denen mein detailverliebter Blick für das gewisse Etwas fehlt.
Nicht zu vergessen noch unsere drei felligen Mitbewohner, von der seltenen Gattung stark ausgeprägte Alphatierchen, die sich weder erziehen lassen, noch da liegen, wo sie liegen sollen.

Egal, ob das in meinen Augen jetzt harmonisch und dekorativ erscheint.

Weniger Anspruch bringt mehr Gelassenheit.

Mein hoher Perfektionsanspruch des perfekten Schöner Wohnen mit Familie, Katzen und Business hat es mir früher so manches mal richtig schwer gemacht.
Ich war oft gereizt, wenn wieder mal jemand “meine Ordnung” verrutscht hatte.

Ich bin sehr froh, durch ein neues Bewusstsein mehr innere Klarheit und Gelassenheit zu haben, wo meine Priorität heute liegen, statt mich weiter von Momentaufnahmen des scheinbar Perfekten blenden und stressen zu lassen.

Ich dekoriere zwar immer noch leidenschaftlich gern. Bin aber viel entspannter und gelassener. Schließlich liebe ich doch all diese Mitbewohner, auch wenn sie manchmal meinen Lieblingsstyle durcheinander bringen.

Wie oft lässt Du Dich blenden von kurzen Einblicken in das Leben anderer? Ob durch Zeitschriften, TV oder Geschichten, die Dir erzählt werden? Wie oft denkst Du von anderen, bei denen läuft es aber perfekt? Was hast Du für einen Anspruch an Dich selbst? Was müsste alles viel perfekter sein?

Hast Du auch ein Thema, dass Dich immer wieder stresst und Du denkst, das sollte unbedingt perfekter sein?

Nachfolgende vier Fragen können Dir helfen innere Klarheit zu bekommen und gleichzeitig gelassener zu werden.

4 Fragen die Dir innere Klarheit und Gelassenheit bringen:

Was hättest Du gerne perfekter in Deinem Leben?

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Ist dieses Thema realistisch aktuell sofort veränderbar ?

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Was müsstest Du dafür tun, damit Du dieses Ziel tatsächlich erreichst?

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Bist Du bereit die Bedingungen dafür zu erfüllen, um dieses Ziel zu erreichen?

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Ich wünsche Dir viele AHA-Momente bei dem Beantworten der Selbstreflexionsfragen.

Alles Liebe, Alexandra

“Wer seine innere Mitte gefunden hat, kann im Außen gelassen für sich selbst einstehen.”

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Beitragsbild: Priscilla du Preetz